MICCAI 2026 in Strasbourg: Surgical AI, On-Device Intelligence und neue Perspektiven
Die MICCAI ist jedes Jahr ein Treffpunkt für die internationale Community rund um Medical Image Computing und Computer-Assisted Intervention. Die MICCAI 2026 in Strasbourg hat dabei einmal mehr gezeigt, wie dynamisch sich medizinische Bildverarbeitung, Surgical AI und intelligente Assistenzsysteme entwickeln.
Auch Dr. Dieter Hahn, CEO der Chimaera GmbH, war vor Ort – als Besucher, Netzwerkpartner und Sponsor der TIGER SQ-AI Challenge. Im Mittelpunkt standen aktuelle Entwicklungen in der medizinischen Bild- und Videoverarbeitung sowie die Frage, wie sich künstliche Intelligenz sicher und praxisnah in klinische Anwendungen integrieren lässt.
TIGER SQ-AI: Chirurgische Qualität mit KI bewerten
Ein besonderer Höhepunkt war die TIGER SQ-AI Session im Rahmen von EndoVis 2026. Die Chimaera GmbH unterstützte die Challenge als Sponsor. Im Mittelpunkt stand eine anspruchsvolle Frage: Kann KI chirurgische Qualität in minimalinvasiven Eingriffen zuverlässig bewerten?
Dafür beschäftigten sich die teilnehmenden Teams mit zwei zentralen Aufgaben:
- der Segmentierung anatomischer Landmarken in Operationsvideos.
- der Klassifikation thorakaler Lymphknotenstationen bei Ösophagektomien.
Als Grundlage diente ein multizentrischer Datensatz mit chirurgischen Videos aus robotischen und laparoskopischen Eingriffen. Die Aufnahmen wurden pixelweise annotiert und boten damit eine solide Basis für die Entwicklung und den Vergleich spezialisierter KI-Verfahren. Die Ergebnisse unterstreichen, welches Potenzial in hochwertigen chirurgischen Daten und klar definierten Aufgabenstellungen steckt. Wir gratulieren Team IMSY (Intelligent Medical Systems vom DKFZ) zum ersten Platz in allen drei Aufgaben und Team NEXUS zum zweiten Platz bei der Klassifikation der Lymphknotenstationen.
Als Projektmitglied des Surgical AI Hub Germany freut sich Chimaera besonders, diese Entwicklung mitzuerleben und zu unterstützen. Die Challenge zeigt zugleich, wie eng Datenmanagement, Annotation, Qualitätskontrolle und KI-Entwicklung miteinander verbunden sind. Ohne durchgängige und verlässliche Workflows lassen sich chirurgische Videodaten nur schwer effizient für Forschung und klinische Anwendungen nutzen.
On-Device Intelligence: KI dort einsetzen, wo Versorgung stattfindet
Ein weiterer wichtiger Impuls kam aus der MICCAI-Keynote von Daniela Rus vom MIT zum Thema „On-Device Intelligence for Healthcare“. Ihre Vision: KI soll näher an den Ort der Versorgung rücken und dort neue Möglichkeiten für personalisierte Medizin, intelligente Assistenzsysteme und leistungsfähige medizinische Geräte schaffen.Damit verbunden ist eine zentrale Frage: Wer kontrolliert die Daten – und wie werden sie verarbeitet?
On-Device- und On-Premises-KI können dazu beitragen, sensible medizinische Daten innerhalb kontrollierter Umgebungen zu verarbeiten. Gleichzeitig ermöglichen sie, intelligente Funktionen näher an klinische Workflows und den Ort der Versorgung zu bringen.
Dafür braucht es allerdings mehr als leistungsfähige Modelle. Entscheidend sind sichere Datenstrukturen, klar geregelte Zugriffsrechte, geeignete Deployment-Lösungen und Modelle, die an die jeweiligen Anforderungen von Daten, Workflow und Hardware angepasst sind.
Genau an dieser Schnittstelle arbeitet Chimaera – mit Lösungen für Datenmanagement, KI-gestützte Annotation und AI Model Deployment sowie mit individuellen AI-Entwicklungsleistungen.
Networking und Verbindungen, die bleiben
Die MICCAI lebt nicht nur von wissenschaftlichen Beiträgen und technischen Innovationen. Ein wesentlicher Teil des Kongresses ist auch der persönliche Austausch mit Forschenden, Unternehmen und Partnern aus dem internationalen Medical-Imaging-Umfeld.
Strasbourg bot zahlreiche Gespräche über neue Entwicklungen, gemeinsame Projekte und die praktischen Herausforderungen bei der Umsetzung medizinischer KI.
Besonders schön war dabei auch ein Wiedersehen bei einem Alumni-Treffen mit ehemaligen Kolleginnen und Kollegen aus dem Pattern Recognition Lab der FAU Erlangen-Nürnberg. Für unseren CEO Dieter Hahn war es eine Gelegenheit, an seine Zeit am Lehrstuhl von Prof. Joachim Hornegger anzuknüpfen – und zugleich zu sehen, wie sich langjährige Forschungsbeziehungen weiterentwickeln.
Von Daten zu klinischer Anwendung
Die MICCAI 2026 in Strasbourg hat erneut deutlich gemacht, wie schnell sich Medical Imaging und Surgical AI weiterentwickeln. Die Entwicklung reicht von der Verarbeitung und Annotation komplexer Bild- und Videodaten über spezialisierte KI-Modelle bis hin zu deren Einsatz direkt am Ort der Anwendung.
Für Chimaera bleibt dabei eine zentrale Erkenntnis: Fortschritt in der medizinischen KI entsteht nicht allein durch bessere Modelle. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus hochwertigen Daten, verlässlichen Annotationen, durchdachten Workflows, sicherer Infrastruktur und einer Umsetzung, die sich an den tatsächlichen Anforderungen der klinischen Praxis orientiert.
Die TIGER SQ-AI Challenge und die Diskussionen rund um On-Device Intelligence zeigen zwei Seiten derselben Entwicklung: KI wird leistungsfähiger – und muss gleichzeitig näher an reale Daten, konkrete Workflows und den Ort der Versorgung gebracht werden.
Aus Strasbourg nehmen wir deshalb nicht nur neue Eindrücke, sondern auch viele Anknüpfungspunkte für weitere Gespräche und gemeinsame Projekte mit.


